Zum Thema

Das Totholz wichtig ist, sollte jedem klar sein. Doch was passiert da eigentlich und wieso ist die Biodiversität im leblosen Baum so viel größer als im Lebenden? Ist er dann überhaupt als leblos zu bezeichnen? Dass nicht nur Pilze und Springschwänze bei der Zersetzung von organischem Material beteiligt sind, erklärt Thomas Hörren in seinem ersten Buch „Vom Leben im Totholz – Die verborgene Welt von Insekten und anderen Lebewesen“.

Zur Transparenz:
Das Buch wurde mir vom Residenz Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Verlag nimmt keinen Einfluss auf diesen Artikel und hat diesen auch nicht vorab gesehen.

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Auf 192 mit Klappenumschlag kartonierten Seiten entführt uns Thomas Hörren in die nur auf den ersten Blick leblose Welt des Totholzes. Thomas Hörren ist auch als @totholz.thomas auf Instagram bekannt.

Dabei geht er u.a auf die verschiedenen Vorkommen von Totholz ein, denn das finden wir nicht nur als liegenden Baum im Wald oder Naturgarten, sondern auch da, wo wir es nicht sofort vermuten: als Treibholz, als Sarg, aber auch im eigenen Haus.

Buchcover

Nach einer Einleitung zum Thema und dem Werdegang des Autors geht es in die einzelnen Kapitel. Der Leser erfährt nach und nach mehr über das Ökosystem Wald, die Protagonisten der Zersetzung und den Beziehungen untereinander. Dabei wird Hörren detailliert, ohne wissenschaftlich zu überfordern.

Mehr als nur Springschwänze und Pilze

So lernt man durch die Kapitel, dass neben den erwähnten Springschwänzen und Pilzen eben auch Käfer, Spinnen und nicht zuletzt Asseln Lebewesen sind, die totes Gewebe zum Leben brauchen und dabei die Grundlage für anderes Leben, nämlich das von Pflanzen, schaffen. Dieser Prozess bildet neben der eigentlichen Reproduktion von Pflanzen deren Lebensgrundlage.

Wie oben schon geschrieben, finden wir Totholz aber nicht nur im Wald oder im heimischen (naturnahen) Garten. Wir finden es auch an Stellen, an die die meisten von uns vermutlich nicht als erstes denken. Hat man sich das erstmal vergegenwärtigt, so entstehen unweigerlich Fragen: Was passiert mit einem Sarg unter der Erde? Angelandetes Treibholz muss irgendwo und irgendwann mal ins Wasser gelangt sein, wie lange war es unterwegs und was passiert mit Totholz im Wasser? Warum halten Fachwerkhäuser so lange, obwohl die tragenden Elemente doch aus Totholz bestehen?

Wo immer es euch möglich ist, überlasst einen Baum, der sein Leben hinter sich hat, sich selbst und ein totes Stück Holz den unzähligen Lebewen um dieses herum – und schaut genau hin.

Thomas Hörren

Autor, Biodiversitätsforscher

Wer Thomas Hörren noch nicht kennt, kennt aber sicherlich die „Krefelder Studie“: Sie sorgte 2017 und bis heute für Aufsehen, da die Essenz aus ihr lautet: in den letzten 30 Jahren sind mehr als 75% der fliegenden Biomasse aus Naturschutzgebieten verschwunden. Hörren war maßgeblich an der Studie beteiligt und ist heute Vorsitzender des Entomologischen Vereins Krefeld.

DAs aufgeschlagene Buch lehnt an einem Totholzstamm

Fazit

Ist der Tod doch oft genug negativ konnotiert, beweist Thomas Hörren in seinem Buch „Vom Leben im Totholz“ doch, dass er nicht nur zum Leben dazu gehört, sondern essentiell und spannend ist.

Das Buch gibt einen (tiefen) Einblick in das Leben im Totholz, aber auch auf die Vielfalt des Totholzes an sich und irgendwie hat mich das mindestens genauso beeindruckt wie die Pilze und Tiere des Lebensraums, der in diesem Buch beleuchtet wird. Neben dem Basiswissen geht der Autor oft genug tief in einzelne Themenfelder und eröffnet einem so neue Welten. Lesenswert, spannend, fordernd aber auch lebensbejahend!

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Titel: Vom Leben im Totholz – Die verborgene Welt von Insekten und anderen Lebewesen
Autor: Thomas Hörren
Seiten: 192, Klappenbroschur
Erscheinungsdatum: 13. Januar 2025
Verlag: Residenz
ISBN: 978-3-701-73620-1
Preis: 28,00 €